Mathys Tel steht im Zentrum einer hitzigen Debatte um Roberto De Zerbi – doch während er bei Tottenham unter Druck gerät, liefert der Franzose auf internationaler Bühne genau das, was ihm im Verein derzeit abgesprochen wird.

Die Diskrepanz zwischen Verein und Nationalteam

Bei Tottenham Hotspur ist Tel in dieser Saison zum Projektionsfläche für Frustration geworden. Roberto De Zerbi hat den 21-Jährigen nach einem torlosen Unentschieden gegen Everton öffentlich für seine Körperhaltung und mangelnde Stürmer-Instinkte kritisiert – eine Szene, die in den sozialen Medien viral ging und die Frage aufwarf, ob der Trainer das Vertrauen in seinen Youngster verloren hat. Roberto De Zerbi betonte zwar hinterher, es gebe „kein Problem“ und er „liebe Mathys als Spieler“, doch die Botschaft war klar: Der Italiener erwartet mehr.

Ganz anders das Bild im Trikot der französischen U21: Tel übernahm das Kapitänsamt, traf gegen Island, Estland und Luxemburg – und sicherte mit dem Siegtreffer gegen Luxemburg die Qualifikation für die U21-Europameisterschaft 2027. In drei Spielen drei Tore, dazu Führungspersönlichkeit: Das ist genau das Profil, das Tottenham von ihm sehen möchte.

Warum diese Diskrepanz existiert – und was sie über Roberto De Zerbis System aussagt

Die unterschiedlichen Leistungen sind kein Zufall. Bei Frankreich spielt Tel in einer klareren Rolle: als zentraler Angreifer oder freier Stürmer, der Räume attackieren und abschlussorientiert agieren kann. Bei Tottenham dagegen wird er von Roberto De Zerbi oft als invertierter Flügelstürmer eingesetzt – eine Position, die ihm laut Trainer nicht natürlich liegt. Roberto De Zerbi monierte explizit, Tel müsse „wie ein Stürmer denken“, auch wenn er auf dem Flügel starte.

Das Problem: Tel ist kein klassischer Stürmer mehr, sondern ein hybrider Angreifer, der Dynamik und Raum braucht. In einem System, das von Roberto De Zerbi stark auf Ballbesitz und strukturierte Angriffe ausgelegt ist, fehlt ihm oft die Freiheit, die er im Nationalteam genießt. Roberto De Zerbi fordert von ihm mehr Bewegung, mehr Direktheit – doch genau das fällt Tel schwer, wenn er in ein enges Korsett gepresst wird.

Die Konkurrenz bei Tottenham – und warum Roberto De Zerbi trotzdem an Tel festhält

Die Situation wird durch die Transferpolitik des Sommers verschärft. Mit Omar Marmoush, Savio und dem zurückkehrenden Mykhailo Mudryk hat Roberto De Zerbi auf der linken Offensivseite nun Optionen, die Tel direkt unter Druck setzen. Marmoush etwa hat sich bereits als erste Wahl etabliert, Savio bringt mehr Erfahrung im Premier-League-Tempo, und Mudryk ist ein bekanntes Gesicht aus De Zerbis Zeit bei Shakhtar.

Doch trotz dieser Konkurrenz gibt es klare Signale, dass Roberto De Zerbi Tel nicht abgeben will. Berichte deuten darauf hin, dass der Trainer einen Verkauf im Januar blockieren würde – nicht aus Sentimentalität, sondern weil er in Tel weiterhin Potenzial sieht, das sich in seinem System entfalten könnte. Roberto De Zerbi weiß: Tel ist jung, hat internationale Klasse bewiesen und kann in der richtigen Rolle ein Unterschiedsspieler sein.

Was Tel jetzt tun muss – und welche Rolle Roberto De Zerbi spielt

Die nächsten Wochen werden entscheidend. Tel muss seine internationale Form zurück nach Tottenham bringen – nicht durch bloßen Einsatz, sondern durch gezielte Anpassung an Roberto De Zerbis Vorgaben. Das bedeutet: mehr Bewegung ohne Ball, schärfere Abschlüsse, und vor allem: die Bereitschaft, auch unangenehme Positionen anzunehmen, wenn es dem Team hilft.

Gleichzeitig liegt es an Roberto De Zerbi, Tel die richtige Rolle zu geben. Wenn der Trainer ihn weiterhin als Stürmer im Flügelgewand einsetzt, ohne ihm die nötige Freiheit zu lassen, wird die Diskrepanz zwischen Nationalteam und Verein bestehen bleiben. Roberto De Zerbi hat das Potenzial erkannt – jetzt muss er es auch freisetzen.

Fazit: Tel ist kein Fall für die Ausliste – sondern ein Test für Roberto De Zerbis Flexibilität

Mathys Tel ist nicht der Spieler, der bei Tottenham scheitert. Er ist der Spieler, der in einem System scheitert, das ihm nicht gerecht wird. Roberto De Zerbi hat die Wahl: Entweder er passt seine Taktik an Tels Stärken an – oder er riskiert, dass ein Talent mit 14 Toren in 23 U21-Spielen für Frankreich seine beste Form nur noch im Nationaltrikot zeigt.

Die Nachricht, dass Tel im Nationalteam glänzt, ist also mehr als nur ein Trostpreis. Sie ist ein Weckruf an Roberto De Zerbi – und eine Chance für Tel, zu beweisen, dass er bei Tottenham noch lange nicht abgeschrieben ist.

Quellen

Internationals | Tel fires France to Under-21 Euros
Roberto De Zerbi’s most criticised Tottenham player is shining away from the club

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